Newsletter der Cannabiswirtschaft
Themenübersicht vom 02.12.2025:

Meldung der Woche

Ablehnung des Cannabis-Modellprojekts in Berlin: Bezirke legen Widerspruch ein

28.11.2026 | Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat den von den Berliner Bezirksämtern Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Pankow gemeinsam mit der Humboldt-Universität und der Sanity Group eingereichten Antrag für ein Cannabis-Modellprojekt abgelehnt, so berichtet das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg in einer Pressemitteilung. Auch die Sanity Group hat hierzu eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Ziel des Projekts sei es gewesen, volljährigen Studienteilnehmern den legalen Erwerb von Cannabis an ausgewählten Verkaufsstellen zu ermöglichen, um anonymisierte Daten für eine evidenzbasierte Cannabispolitik zu sammeln.

Die Antragssteller legten bereits Widerspruch gegen die Entscheidung der BLE ein. Die BLE begründete die Absage damit, dass sie nach derzeitiger Rechtslage keine Möglichkeit für die Erteilung solcher Erlaubnisse sehe, da hierfür ein gesondertes Gesetzgebungsverfahren zur Prüfung europäischer und völkerrechtlicher Vorgaben notwendig sei, so berichtet der Tagesspiegel. Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Friedrichshain-Kreuzberg) bezeichnete die Begründung der Ablehnung als „vollkommen absurd“ und kritisierte, die Regierung ignoriere die Gesetzeslage. Hannes Rehfeldt (Bezirksamt Neukölln) sagte, die Rechtsauffassung der BLE sei nicht nachvollziehbar und werde dem Ziel des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) nicht gerecht. Finn Hänsel (Sanity Group) betonte, Eigenanbau und Cannabis-Clubs allein könnten den Bedarf nicht decken, weshalb Konsumenten nicht erneut dem illegalen Markt überlassen werden dürften. Auch Cansativa teilt auf Anfrage der DAZ mit, dass für das Projekt in Groß-Gerau, wo die Abgabe von Konsumcannabis in Apotheken geplant war, ein Ablehnungsbescheid eingegangen sei, auch hierzu sei Widerspruch eingelegt worden.

Auf X warf der Hanfverband dem für die BLE zuständigen CSU-Landwirtschaftsminister vor, kriminelle Strukturen zu schützen, indem er die Erprobung von Alternativen zum Schwarzmarkt verhindere. Die taz titelte hierzu: “Schwarzmarkt weiterhin geöffnet”.

Zitate der Woche

Gürpinar: “Schikane, wie in Bayern mit den Cannabis-Clubs umgegangen wird”

„Es grenzt mittlerweile an reinster Schikane, wie in Bayern mit den Cannabis-Clubs umgegangen wird. Clubs wie in Grafenwöhr wollen die Ausgabe legal umsetzen – und werden von Behörden gestoppt.”

Ates Gürpinar, drogenpolitische Sprecher der Bundestagsfraktion der Linken, auf X über die Repressalien gegenüber den Anbauvereinigungen in Bayern.

Zahl der Woche

Expertenrunde zur Cannabislegalisierung fordert 300 - 400 AV und dringend mehr Prävention

24.11.2025 | Die Heilbronner Grüne-Landtagsabgeordnete Gudula Achterberg hat in einer Pressemitteilung zu einer Online-Diskussionsrunde unter dem Titel „Cannabis legal. Und jetzt?“ geladen, die den Fokus auf Aufklärung und Prävention nach der Teillegalisierung legt. Die Teilnehmer, darunter der Sprecher für Gesundheitswirtschaft der Grünen Landtagsfraktion Norbert Knopf und Dr. Mathias Luderer, Leiter der Suchtmedizin am Uniklinikum Frankfurt, waren sich einig gewesen, dass die Gesetzesreform an hohen Vollzugsproblemen leide.

Norbert Knopf bemängelte, dass die formalen Hürden für die Cannabis-Clubs zu hoch seien, weshalb mit nur rund 30 genehmigten Anbauvereinen in Baden-Württemberg der Schwarzmarkt nicht zurückgedrängt werden könne. Er forderte 300 bis 400 Clubs allein im Land, um die ursprünglichen Ziele der Gesetzgebung zu erreichen. Dr. Mathias Luderer konstatierte unterdessen einen ungebrochenen Anstieg des Konsums seit Jahrzehnten sowie eine „Explosion“ des Konsums von Medizinalcannabis, das als Lifestyle-Produkt beworben werde. Übereinstimmend sahen die Experten einen dringenden Bedarf an besserer Prävention. 

Unternehmen der Woche

Canify AG verzeichnet Umsatzsprung im Medizinalcannabis-Markt

28.11.2025 | Die Canify AG hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 ihren Umsatz im Bereich medizinisches Cannabis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 250 % auf 15,5 Millionen Euro gesteigert, so berichtet das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Damit habe das Unternehmen, das mehr als sieben Tonnen Cannabis für den medizinischen Gebrauch verarbeitet habe, bereits mehr als doppelt so viel umgesetzt wie im gesamten Jahr 2024 (7,1 Millionen Euro). 

Der Wachstumserfolg werde auf die integrierte Wertschöpfungskette des Unternehmens zurückgeführt – vom Import über die EU-GMP-Verarbeitung bis hin zu Vertrieb und After-Sales-Services. Das Unternehmen vertreibe sowohl Blüten als auch Extrakte und verfüge dank Importen aus vier Kontinenten über eines der breitesten Lieferantennetzwerke der Branche. Neben dem Vertrieb unter der eigenen Marke biete Canify auch Services in Lohnherstellung für Dritte an.

Weiteres Wachstum solle durch die Fortsetzung der Expansion in Deutschland und die Internationalisierung (z. B. Markteintritt in Großbritannien) erreicht werden. Mittelfristig, voraussichtlich ab 2027, wolle das Unternehmen die therapeutischen Möglichkeiten mit einem zertifizierten Inhalator erweitern. Im Rahmen eines öffentlichen Angebots laufe aktuell eine Finanzierungsrunde (Pre-IPO), bei der sich institutionelle Investoren und Privatanleger noch vor dem mittelfristig geplanten Börsengang beteiligen könnten.

Studie der Woche

Drogentrendstudie: Konsum von Jugendlichen sinkt – Cannabis-Konsum auf Tiefststand

24.11.2025 | Die repräsentative Drogentrendstudie „Monitoring-System Drogentrends“ für das Jahr 2024 zeigte, dass Frankfurter Jugendliche und junge Erwachsene so wenig legale und illegale Drogen konsumierten wie seit 20 Jahren nicht mehr, so berichtet die FAZ. Die Konsumzahlen seien bei allen Substanzen rückläufig, wobei mehr als ein Viertel der Befragten noch nie Alkohol, Nikotin oder sonstige Drogen konsumiert habe.

Besonders hervorzuheben sei, dass der Cannabis-Konsum im Jahr der Teillegalisierung „so niedrig wie noch nie“ gewesen sei, so Studienautorin Jennifer Martens. 78 Prozent der befragten 15-jährigen Schüler gaben an, niemals Cannabis konsumiert zu haben; im Jahr 2002 waren es noch 46 Prozent. Auch der Konsum synthetischer Cannabinoide bleibe konstant gering.

Die Frankfurter Sozialdezernentin Elke Voitl (Die Grünen) sehe die rückläufigen Zahlen als Erfolg der umfassenden Aufklärungs- und Präventionsarbeit der Stadt. Weitere Ergebnisse der Studie zeigten, dass der Alkoholkonsum leicht rückläufig sei und das Rauchen von handelsüblichen Zigaretten „immer noch ziemlich out“ sei. Der Konsum von E-Zigaretten und Verdampfern sei ebenfalls das dritte Jahr in Folge gesunken. Allerdings sei der Konsum des illegalen Nikotinbeutels „Snus“ gestiegen, von 19 auf 22 Prozent der Befragten.

Publikation der Woche

Hanfkalk als nachhaltiger Baustoff mit CO2-Senken-Potenzial

29.11.2025 | M. Eng. Henrik Pauly (Experte für Hanf im Bauwesen) hat auf LinkedIn die Veröffentlichung eines Kapitels über „Nachhaltigkeit durch Hanf und Hanfkalk“ in einem umfassenden Kompendium des Springer Nature Verlags angekündigt. Hanfkalk, ein innovativer Baustoff aus Hanfschäben und Kalk, biete ein großes Potenzial für regeneratives Bauen. Das Material verbessere das Raumklima und die Energieeffizienz von Gebäuden durch sehr gute Wärmedämmung, Wärmespeicherkapazität und Atmungsaktivität.

Ökologisch zeichne sich Hanfkalk dadurch aus, dass er dank der CO₂-Bindung der Hanfpflanze während des Wachstums als CO₂-Senke wirke. Die bioregionale Herstellung und die Unterstützung regionaler Wertschöpfungsketten förderten zudem die Kreislaufwirtschaft im Agro-Bau-Sektor. Durch sein geringes Gewicht und die einfache Verarbeitung sei Hanfkalk besonders für Sanierungen und Umbauten sowie in vorgefertigten Holz-Hybrid-Bauten und modernen zirkulären Gebäuden geeignet, was seine hohe Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit unterstreiche.

Als größte Herausforderung für eine breite Marktakzeptanz gelte jedoch die Notwendigkeit der Standardisierung und Normierung. Aktuelle Forschung konzentriere sich daher auf die weitere Optimierung der thermischen Eigenschaften und die Recyclingfähigkeit von Hanfkalk, um seine Marktposition im Vergleich zu konventionellen Baustoffen zu stärken und zur Erreichung internationaler Klimaziele beizutragen.

Umfrage der Woche

Was sind die größten bzw. namhaftesten Firmen, die Ihnen bekannt sind, die aktuell Industriehanf für die Herstellung Ihrer Produkte verwenden? Welche Produkte stellen diese daraus her?

Die Beantwortung der Frage dauert wenige Sekunden und hilft uns ein nicht repräsentatives Meinungsbild zu erstellen. Die Teilnahme erfolgt anonym. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die an der Beantwortung teilnehmen. Das Ergebnis veröffentlichen wir im nächsten Newsletter.

Ergebnis der Woche

78 % für Regulierung telemedizinischer Verschreibungen durch Lizenzpflicht

In unserer nicht repräsentativen Umfrage vom 24.11.2025 bis zum 01.12.2025 fragten wir: „Wie bewerten Sie die Idee, statt einem pauschalen Verbot der telemedizinischen Verschreibung von Medizinalcannabisblüten eine Erlaubnis- bzw. Lizenzpflicht für Telemedizinanbieter einzuführen?“.

Die Antworten zeigen eine klare Tendenz zur Zustimmung: 33 % bewerteten die Idee als „Sehr gut“, weitere 45 % stuften sie als „Eher gut“ ein. 11 % antworteten neutral mit „Teils / teils“. Gleichzeitig äußerten sich 7 % eher ablehnend („Eher schlecht“) und 4 % lehnten die Idee deutlich ab („Sehr schlecht“). 

Insgesamt befürworten somit 78 % der Teilnehmenden  die Regulierung der Telemedizinanbieter mit  der Einführung einer Lizenzpflicht statt eines pauschalen Verbots.


Sie wollen Klarheit statt rechtlicher Grauzonen?

Weitere Meldugen

Medizinalcannabis 

CanDoc verstieß gegen Werberecht

26.11.2025 | Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) hat einen weiteren Erfolg in ihrem Kampf gegen die Verschreibungspraktiken digitaler Cannabis-Plattformen erzielt: Der Geschäftsführer der Plattform CanDoc, Stefan Fritsch, habe seine Berufung gegen eine Unterlassungsverfügung des Landgerichts Leipzig auf Empfehlung des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden zurückgenommen, so berichtet die Pharmazeutische Zeitung.

Das OLG Dresden habe signalisiert, dass die AKNR zur Beanstandung berechtigt sei, da es sich bei dem Angebot nicht primär um eine telemedizinische Dienstleistung handele, sondern die Plattform auf die Steigerung des Absatzes von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ausgerichtet sei. Die Plattform verstoße demnach gegen das Heilmittelwerbegesetz (HWG), unter anderem gegen das Werbeverbot für Fernbehandlungen. Zudem habe der Senat es grundsätzlich für ausgeschlossen erachtet, dass die Verschreibung von Medizinal-Cannabis allein auf Basis eines Fragebogens zulässig sein könnte. Die AKNR zeige sich erfreut über die „klaren Worte des Gerichts“ zu den Gefahren solcher Angebote. AKNR-Präsident Armin Hoffmann betone in einer Pressemitteilung, dass das geplante, verschärfte Medizinalcannabisgesetz (MedCanG) mit einem Versandverbot für Cannabisblüten nun schnell umgesetzt werden müsse. Er warne davor, dass Plattformen bereits versuchten, Nutzer auf Cannabisextrakte und THC-Vapes umzulenken, um das angekündigte Verbot zu umgehen. 

Aus Sicht des BvCW ist der Vorgang ein Beleg dafür, dass bereits auf Basis der bestehenden Regelungen gegen HWG-Verstöße und Fragebogenverschreibungen vorgegangen werden kann, so dass die geplanten Verbote unverhältnismäßig sind.



PKV muss Cannabis-Therapie zahlen: Gericht sieht medizinische Notwendigkeit

25.11.2025 | Das Landgericht (LG) Hamburg hat in einem Urteil vom 1. August 2025 entschieden, dass ein privater Krankenversicherer (PKV) die Kosten für eine Medizinalcannabis-Therapie bei einem ehemaligen Polizisten aus Schleswig-Holstein tragen muss, so berichtet beck-aktuell. Das Gericht sprach dem Mann rückständige Erstattungen in Höhe von rund 19.758 Euro sowie einen Anspruch auf künftige Kostenübernahme zu.

Nach einem Sachverständigengutachten bejahte die 37. Zivilkammer die medizinische Notwendigkeit der Therapie für das chronische Schmerzsyndrom des Klägers, das aus einem Dienstunfall von 2007 resultierte. Die Cannabis-Behandlung habe eine signifikante Schmerzlinderung bewirkt, nachdem andere schulmedizinische Alternativen, inklusive einer Behandlung nach dem WHO-Stufenschema, zuvor ausgeschöpft waren, keine ausreichende Wirkung zeigten oder gravierende Nebenwirkungen ausgelöst hatten.

Das Gericht wies die Argumentation der PKV zurück. Weder die psychische Vorgeschichte des Klägers noch die noch nicht abschließend dokumentierte wissenschaftliche Studienlage zu Cannabis änderten etwas an der medizinischen Notwendigkeit im konkreten Einzelfall. Für den Versicherer sei allein die Eignung der Therapie beim einzelnen Versicherten maßgeblich. Nebenwirkungen oder Folgeerkrankungen könnten die Notwendigkeit einer geeigneten Therapie nicht relativieren.



USA: Cannabis-Hyperemesis-Syndrom (CHS) führe zu dramatischem Anstieg von Notfällen bei Jugendlichen

28.11.2025 | Immer häufiger landen Jugendliche mit plötzlichen, teils unstillbaren Brechattacken in der Notaufnahme, was auf chronischen Cannabiskonsum und das sogenannte Cannabis-Hyperemesis-Syndrom (CHS) zurückzuführen sei, so berichtet DocCheck. Eine umfassende Analyse des Boston Children’s Hospital von 4.571 Fällen bei 13- bis 21-Jährigen in den USA zwischen 2016 und 2023 zeige einen alarmierenden Trend: Die Fälle stiegen jährlich um durchschnittlich fast 49 Prozent, was als deutlicher Hinweis auf eine zunehmende Intensität des Cannabiskonsums gewertet werde. Bei Betroffenen, die typischerweise durch heißes Duschen Linderung suchen würden, musste demnach trotz Stabilisierung ein hoher Anteil von etwa 40 Prozent stationär aufgenommen werden.

Die Studie lieferte die bemerkenswerte Erkenntnis, dass der Anstieg der CHS-Fälle sowohl in US-Bundesstaaten mit legalisiertem Freizeit-Cannabis (RCL) als auch in nicht legalisierten Staaten signifikant war. Daraus schlussfolgern die Autoren, dass nicht die Gesetzeslage allein, sondern der gesamte gesellschaftliche Wandel rund um Cannabis, seine leichtere Verfügbarkeit und wachsende Akzeptanz das Konsumverhalten prägen und somit die Risiken bei Jugendlichen erhöhen.

Obwohl der genaue Mechanismus des CHS, der mit einer Störung des Endocannabinoid-Systems und einer Beteiligung des TRPV1-Systems in Verbindung gebracht wird, noch unklar ist, gelte der vollständige Verzicht auf Cannabis als die einzig wirksame Behandlung. Die Forscher fordern eine bessere Aufklärung über die gesundheitlichen Folgen des intensiven Konsums und appellieren an Ärzte, bei starkem, wiederkehrendem und unklarem Erbrechen von Jugendlichen das CHS als eine wichtige Differenzialdiagnose in Betracht zu ziehen, um Fehldiagnosen und unnötige Behandlungen zu vermeiden.



Genussmittelregulierung

Aidshilfe und akzept kündigen Eröffnung des ersten Cannabis-Fachgeschäfts und Veröffentlichung des 12. Alternativen Drogen- und Suchtberichts an

27.11.2025 | Die Deutsche Aidshilfe und der Bundesverband akzept laden für den 3. Dezember zur Eröffnung des ersten Cannabis-Fachgeschäfts in Berlin ein, bei der gleichzeitig der 12. Alternative Drogen- und Suchtbericht 2025 präsentiert werde, so berichtet die Deutsche Aidshilfe. Mit der Eröffnung des Geschäfts wollen die Verbände eigenen Angaben zufolge aktiv zeigen, wie lizenzierte Abgabestellen funktionieren könnten, nachdem die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Modellprojekte zum legalen Verkauf abgelehnt habe. Dies sei ein Rückschlag, da die Teil-Legalisierung von Cannabis bereits positive Auswirkungen, wie den Rückgang der Kriminalität, gezeigt habe, die meisten Konsumenten jedoch weiterhin auf den illegalen Markt angewiesen blieben.

Der Drogen- und Suchtbericht widme sich beunruhigenden Entwicklungen im Drogenbereich: So führten Crack und synthetische Opioide zunehmend zu Verelendung und stellten eine wachsende Gefahr dar. Die Zahl der Drogentoten sowie der HIV-Infektionen bei intravenös Drogen konsumierenden Menschen steige.

Für die Pressekonferenz ist die Teilnahme von Experten wie Prof. Dr. Heino Stöver (akzept) zu lizenzierten Fachgeschäften und Dr. Maurice Cabanis (Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin) zur Weiterentwicklung der Substitutionsbehandlung angekündigt. 



Bundesdrogenbeauftragter Streeck kritisiert Teillegalisierung und fordert Gesetzesänderung

30.11.2025 | Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), drängt auf Änderungen am Cannabisgesetz, da die Teillegalisierung zu einer Reihe von Problemen geführt habe, bei denen sofort gegengesteuert werden müsse, so berichtet er im Interview mit dem Deutschlandfunk. Streeck kritisierte im Deutschlandfunk die seiner Ansicht nach zu hohen legalen Besitzmengen – 50 Gramm zu Hause ermöglichten über hundert Joints – und sah eine Begünstigung von Dealern durch die erlaubten 25 Gramm unterwegs. Er begrüße die Pläne von Gesundheitsministerin Warken, den Missbrauch von Medizinalcannabis einzudämmen, dessen Importsteigerung von über 400 Prozent nicht medizinisch begründbar sei.

Besonders besorgt zeigte sich Streeck über den Jugendschutz, da die Zahl der Frühinterventionen, die Jugendliche von Drogen fernhalten sollten, seit dem Gesetz um 30 Prozent eingebrochen sei. Im weiteren Gespräch forderte er angesichts der drohenden Opioid-Krise in Deutschland dringend den Ausbau von Frühwarnsystemen und verteidigte die Nutzung von Drug-Checking als wichtiges Instrument zur Schadensminimierung. Hinsichtlich der Gesundheitsfinanzierung plädierte Streeck für große Reformen im System, die Anreize von der reinen Behandlung hin zur Gesundheitsprävention verschöben.

Die Union habe ihre Haltung zur Zukunft des Gesetzes in ihrem Koalitionsvertrag offengelassen, jedoch fordern führende Politiker wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die vollständige Abschaffung des Gesetzes, noch bevor die wissenschaftliche Evaluation im Jahr 2028 abgeschlossen sei.



Industriehanf

Nachhaltigen Wanderstock mit Hanffasern entwickelt

21.11.2025 | Die Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) und die LEKI Lenhart GmbH haben einen Wanderstock entwickelt, dessen Schaft aus regionalen Hanffasern und einer bio-basierten Matrix besteht, so berichtet der idw. Durch die Verwendung einer Matrix auf Basis von epoxidiertem Leinöl und Hanffasern, die mittels Kemafil-Prozess (Technologie zur Verbindung mehrerer Rohfasern) verarbeitet wurden, besteht der gesamte Stock zu über 64 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen. Das Produkt wurde in Zusammenarbeit mit der Bio-Composites and More GmbH entwickelt und seine Serientauglichkeit im Pultrusionsverfahren durch die CG TEC GmbH demonstriert. Der Stock zeichne sich durch eine mit Aluminium vergleichbare Biegefestigkeit und verbesserte Dämpfungseigenschaften bei reduziertem CO2-Fußabdruck aus.




Fachbereichsübergreifend

EU-Kommission prüft MedCanG-Änderung

28.11.2025 | Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) haben den Gesetzesentwurf zur Änderung des Medizinalcannabis-Gesetzes (MedCanG) mit Dringlichkeit bei der Europäischen Kommission notifiziert, so berichtet KrautInvest. Die Kommission hatte diese Dringlichkeit am 15. Oktober akzeptiert, stellte jedoch gleichzeitig klar, dass dies nur die Dringlichkeit betrifft und diese Einstufung ihre Beurteilung der Vereinbarkeit des Gesetzentwurfs mit dem EU-Recht „in keiner Weise“ berühre. Damit sei weiterhin unklar, ob die geplante Anpassung des MedCanG mit den Vorgaben der Europäischen Union zu vereinbaren sei.

Die Notifizierung diene dem Zweck, eine mögliche Behinderung des freien Waren- oder Dienstleistungsverkehrs durch das nationale Gesetz zu prüfen. Die Ministerien begründeten ihren Eilantrag unter anderem mit erheblich gesteigerten Importen von medizinischen Cannabisblüten und einem angeblich festgestellten Handlungsbedarf durch den Internationalen Suchtstoffkontrollrat (INCB). Zuvor habe das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Importe gestoppt, da die beim INCB gemeldete Höchstmenge von 122 Tonnen überschritten gewesen sei. Das BfArM habe diese Höchstmenge jedoch zwischenzeitlich angepasst und bewillige seit Oktober wieder Einfuhren.

Eine erste Einschätzung der EU-Kommission zur EU-Rechtskonformität des Gesetzesentwurfs stünde noch aus. Die Situation erinnere an das Notifizierungsverfahren für die ursprüngliche Cannabis-Legalisierung der Ampel-Regierung, bei der europarechtliche Bedenken zur Folge hatten, dass der vorgesehene Verkauf in Fachgeschäften gestoppt werden musste.



ICBC kehrt im April 2026 nach Berlin zurück

Die International Cannabis Business Conference (ICBC) veranstaltet vom 13. bis 15. April 2026 erneut die ICBC Berlin Cannabis B2B-Veranstaltung im Estrel Berlin Hotel, so berichtet KrautInvest.

Deutschland bleibe weiterhin Vorreiter in der kontinentalen Cannabispolitik und -industrie. Sektoren, die sich auf den Heimanbau und Konsum fokussierten, profitierten stark vom Konsumcannabisgesetz (CanG) aus dem Jahr 2024. Auch die Medizinalcannabis-Industrie wachse beeindruckend, nicht zuletzt durch die Streichung von Cannabis aus der Betäubungsmittelliste.

Die ICBC Berlin biete eine zentrale Plattform für Networking in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt. Besondere Schwerpunkte seien für 2026 geplant, darunter:

  • Kostenlose Tickets für Cannabis-Apotheken, lizenzierte Anbauvereinigungen und Grow-Shops.
  • Ein Grow/Cultivation Pavilion und eine Outdoor Consumption Lounge.

Erwartet würden über 5.000 Branchenführer, Investoren und politische Entscheidungsträger aus über 80 Ländern. Bei der letzten Konferenz im April 2025 schätzte der Ökonom Beau Whitney den gesamten globalen Adressmarkt für medizinisches und Adult-Use-Cannabis auf rund 237,8 Milliarden US-Dollar.


Internationales

USA: MMJ International Holdings bereit für klinische Studien mit Cannabinoid-Arzneimittel

25.11.2025 | MMJ International Holdings, Inc. steht bereit, als eines der wenigen US-Unternehmen ein vollständig hergestelltes, validiertes und bundesrechtskonformes Cannabinoid-Arzneimittel in klinische FDA-Studien zu überführen, sobald die abschließende Genehmigung der DEA (Drug Enforcement Administration) vorliege, so berichtet finanznachrichten.

Duane Boise, President und CEO von MMJ, betonte, das Unternehmen habe „echte Medizin gebaut“, während andere in der Branche „Schlupflöcher jagten“. Die Soft-Gel-Kapsel von MMJ, ein natürliches Vollspektrum-Cannabisextrakt, erfülle bereits alle wissenschaftlichen und herstellungstechnischen Anforderungen für klinische Studien, inklusive FDA Investigational New Drug (IND)-Programme (ein Verfahren, mit dem ein Pharmaunternehmen die Genehmigung erhält, klinische Studien am Menschen durchzuführen und ein experimentelles Medikament über Staatsgrenzen hinweg zu versenden) für Huntington-Krankheit und Multiple Sklerose sowie Orphan Drug Designation (ein Sonderstatus, der Arzneimitteln und biologischen Produkten gewährt wird, die zur Behandlung seltener Krankheiten oder Leiden in den Vereinigten Staaten bestimmt sind) für Huntington-Krankheit.

Die Firma warte seit Dezember 2018 auf die Erteilung der Herstellerregistrierung durch die DEA, die gesetzlich zu einer zeitnahen Entscheidung verpflichtet sei. Boise erwarte, dass der angekündigte Beschluss von Präsident Donald Trump zur nationalen Cannabinoid-Regulierung diese letzte regulatorische Hürde durch die DEA beseitigen werde.



Israel: Innocan Pharma: CBD-Injektion zeige Langzeitwirkung ohne Leberschäden

25.11.2025 | Das israelische Biotech-Unternehmen Innocan Pharma Corporation habe vielversprechende Ergebnisse einer Langzeitstudie zu seiner liposomalen CBD-Technologie (LPT-CBD) veröffentlicht, die eine langanhaltende Schmerzlinderung ohne die Gefahr von Leberschäden bei chronischer Anwendung zeige, so berichtet ad-hoc-news. Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal Frontiers in Pharmacology, dokumentierten eine zehnmonatige Beobachtungsphase bei Probanden mit chronischen Schmerzen.

Die Ergebnisse stärkten die Grundlage für kommende klinische Studien am Menschen und positionierten die LPT-CBD-Plattform als potenziellen Wendepunkt im Schmerzmanagement, insbesondere als nicht-opioide Alternative. Innocan werde diese Erkenntnisse nun in den Dialog mit den Zulassungsbehörden einbringen.



USA: Tägliche Cannabiskonsum übertrifft Alkohol & Abhängigkeit durch Hochpotenz-Produkte

25.11.2025 | In den USA hat die Zahl der täglichen Cannabiskonsumenten seit 2022 jene der täglichen Alkoholkonsumenten übertroffen, so berichtet apnews auf Bezug zu einer Studie von Jonathan Caulkins, ein Forscher im Bereich Cannabispolitik an der Carnegie Mellon University. Diese Verschiebung in den Konsumgewohnheiten stehe im Zusammenhang mit der Legalisierung und der Kommerzialisierung von Hochpotenz-Produkten (80 % bis 95 % THC), die das Risiko für Abhängigkeit erhöhen.

Der tägliche Konsum hochkonzentrierter Produkte könne Gedächtnis, Schlaf und Konzentration beeinträchtigen sowie Angstzustände oder Depressionen verstärken. Derzeit gebe es kein von der FDA zugelassenes Medikament zur Behandlung der Cannabisabhängigkeit. Dr. Kevin Hill, Suchtmediziner am Boston’s Beth Israel Deaconess Medical Center, betonte die Notwendigkeit von besserer Aufklärung unter Konsumentinnen und Konsumenten sowie Ärztinnen und Ärzten, da für die meisten Nutzer die Risiken die Vorteile überwögen.



Österreich plant Einschränkungen beim Cannabis-Verkauf

22.11.2025 | Die österreichische Regierung habe eine Änderung des Tabakgesetzes vorgestellt, die künftig eine ausschließliche Abgabe von Cannabis-Produkten über Tabak-Trafiken vorsehe, so berichtet der ORF in einem knapp zweiminütigen Videobeitrag.

Damit solle der Verkauf aus den zahlreichen Hanfshops im Land verlagert werden. Der Österreichische Cannabis Bundesverband (ÖCB) habe bereits angekündigt, gegen diese Gesetzesänderung vor den Verfassungsgerichtshof zu ziehen (wir berichteten).



Kanada: Cannabis-Industrie fordert staatliche Unterstützung für Exportoffensive

24.11.2025 | Der kanadische Cannabissektor fordert die Regierung auf, ihre Rolle im globalen Exportgeschäft anzuerkennen und zu unterstützen, da Kanada seine anfänglichen Vorteile zu verlieren drohe, so berichtet stratcann. Paul McCarthy, Präsident des Cannabis Council of Canada, verlangte eine vereinfachte und beschleunigte Exportgenehmigung durch Health Canada, die Aufnahme von Cannabis in die Exportförderprogramme von Global Affairs Canada sowie den Zugang zu Finanzierungsinstrumenten der Export Development Canada (EDC) und Business Development Bank of Canada (BDC). Er warnte davor, dass die starren Regularien und das Fehlen aktiver Handelsdiplomatie dazu führten, dass agile Konkurrenten wie Australien, Israel und Portugal den kanadischen Vorsprung aufholten. Raj Grover, CEO von High Tide Inc., unterstrich diese Bedenken und forderte eine National Cannabis Export Strategy, da der Verlust der Marktführerschaft drohe, selbst wenn die Exporte in Märkte wie Deutschland oder das Vereinigte Königreich eine halbe Milliarde Dollar überschritten.



Letzte Meldung

Cannabis-Clip mit Söder-Double sorge für Aufsehen – „Depp vom Dienst“

22.11.2025 | Das Werbevideo eines Cannabis-Unternehmens, in dem eine verpixelte und stimmlich verfremdete Figur des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) für die Legalisierung werbe, habe für Aufsehen gesorgt, so berichtet die Gießener Allgemeine.

Der Clip starte mit der Aussage„Legalisierung: Ich war dagegen“ und zeige dann eine Söder-ähnliche Person, die plötzlich die Vorteile der Legalisierung (sprudelnde Steuereinnahmen, Entlastung der Polizei) anpreise. Die Figur schließe mit den Worten: „Da steh ich ja da, wie der Depp vom Dienst“.

Die Werbung stamme vom Online-Portal Dr. Ansay, das Krankschreibungen und medizinisches Cannabis per Rezept anbiete. Unter dem Video, das auf YouTube über 1,7 Millionen Aufrufe gesammelt habe, sei ein Hinweis platziert, dass der Clip mithilfe Künstlicher Intelligenz generiert worden sei und die dargestellten Personen und Ereignisse frei erfunden seien.
Termine

02.12.2025 - Cannabis Policy Day in Berlin, Veranstalter: Werter

06.12.2025 - Meilenstein-Fest in Mücheln, Veranstalter: Hanffaser Geiseltal

11.12.2025 - Online-Nutzhanfstammtisch: „Fragen und Antworten zu Faserqualitäten im Bekleidungstextil“, Veranstalter: Nutzhanf-Netzwerk e.V.

13.-15.04.2026 - ICBC Berlin 2026 in Berlin, Veranstalter: ICBC

19.-20.05.2026 - World Class Cannabis Business Europe 2026 in Frankfurt, Veranstalter: World Class Business Leaders

23.04.2026 - Parlamentarischer Abend der Cannabiswirtschaft in Berlin, Veranstalter: BvCW

28.-29.05.2026 - MCC 2026 in Berlin, Veranstalter: DMCG e.V.   

29.05.-31.05.2026 - CannaTrade in Zürich, Veranstalter: CannaTrade

11.06.-14.06.2026 - Mary Jane in Berlin, Veranstalter: MJ World GmbH

Stellenangebote

Kommunikation in Teilzeit: Deutscher Hanfverband (Berlin) 

CRM Manager: Sanity Group (Berlin)

Rechtsanwalt im Bereich Cannabis- und Arzneimittelrecht: Rechtsanwaltskanzlei Ewenike (Remote)

Content Marketing (Minijob): 420MRKT (Remote) 

Assistenz der Geschäftsführung: Cansativa (Mörfelden-Walldorf)

Ausbildung zur Kauffrau/ zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel / u. a. m.: Cannamedical (Köln)

Auszubildende/n als Chemielaborant/in / u. a. m.: QSI (Karlsruhe)

Lagerist*in & Produktionsunterstützung / u. a. m.: Canify (Leipheim)

Accounting Manager /u. a. m.: enua Pharma GmbH  (Aachen)

Buchhalter:in / Accountant / u. a. m.: Aurora (Berlin)

Head of Sales Strategy / u. a. m.: Demecan (Berlin)

Vertrieb Hanfprodukte / u. a. m.: Signature Products (Pforzheim)

Finance Manager & Controller / u. a. m.: Bloomwell  (Frankfurt)

Pharmazeutisch-technischer Assistent / u. a. m.: Grünhorn (Leipzig)

Pflegefachperson Psychiatrie 60–80% - Mitarbeit in Pilotprojekten mit Cannabis: ISGF Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung (Allschwil und Liestal)

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