Geplante MedCanG-Verbote: Neuer Wettbewerbsnachteil statt besserer Rechtsdurchsetzung
03.02.2026 | Rechtsanwalt und Experte für Arzneimittelrecht/Cannabis Niels Lutzhöft und Philipp Mauch, Stratege für Regulierungsmanagement bei der Werter GmbH, haben einen Gastbeitrag im Onlineportal healthcare-digital veröffentlicht, der einen Referentenentwurf des Bundesministerium für Gesundheit zu medizinischem Cannabis kritisch einordnet. Die Autoren argumentieren, dass bestehende Probleme nicht nur Cannabis beträfen, sondern auch andere verschreibungspflichtige Arzneimittel. Statt bestehende Regelungen konsequent durchzusetzen, reagiere der Gesetzgeber mit neuen Einschränkungen für digitale Angebote.
Nach Darstellung der Autoren stünden der beanstandeten Werbung und Verschreibungspraxis bereits heute das Heilmittelwerberecht sowie das ärztliche Berufsrecht entgegen. So habe das Landgericht Hamburg klargestellt, dass der Eindruck eines einfachen Online-Bestellvorgangs für Cannabisrezepte unzulässig sei (Az. 312 O 361/25). Die geplanten Maßnahmen würden daher eher neue Wettbewerbsnachteile schaffen als die Rechtsdurchsetzung verbessern.
Studie zu THC-Einheiten stößt Debatte über medizinische Individualdosen an
30.01.2026 | Im Magazin My Cannabis wird eine neue, peer-reviewte Studie der University of Bath vorgestellt, die im Fachjournal Addiction erschienen ist. Die Autoren empfehlen auf Basis der CannTeen-Studie eine Begrenzung auf maximal acht THC-Einheiten pro Woche, da oberhalb dieser Schwelle ein erhöhtes Risiko für eine Cannabis Use Disorder festgestellt worden sei. Ziel sei Schadensminimierung. Kritisch werde jedoch angemerkt, dass solche populationsbasierten Grenzwerte medizinische Anwendungen nur unzureichend abbildeten. Bei chronischen Schmerzen oder neurologischen Erkrankungen seien teils deutlich höhere, individuell angepasste Dosierungen notwendig, weshalb standardisierte THC-Einheiten im medizinischen Kontext nur eingeschränkt geeignet seien.
SATURN-Studie liefert belastbare Real-World-Daten zu cannabinoidbasierten Arzneien
22.01.2026 | Copeia stellt in einem LinkedIn-Beitrag Ergebnisse der von Avextra gesponserten SATURN-Studie vor. Die nicht-interventionelle Multicenter-Studie mit knapp 400 Patienten an 24 Zentren in Deutschland habe strukturierte Real-World-Daten aus dem Versorgungsalltag erhoben, darunter ärztliche Angaben sowie patientenberichtete Endpunkte wie Lebensqualität und Symptomlast. Untersucht worden seien orale cannabinoidbasierte Darreichungsformen von Avextra. Cannabisextrakt-Kapseln mit einem THC/CBD-Verhältnis von 1:1 hätten nach sechs Monaten bessere Ergebnisse erzielt als ein 10:10-Extrakt. Rund 85 % der Patienten hätten sich erneut für die Therapie entschieden.
DEMECAN ordnet Geschäftsführung neu und setzt auf Wachstum im Medizinalcannabis
01.02.2026 | DEMECAN teilt in einer Pressemitteilung mit, dass künftig Dr. Adrian Fischer und Moritz Bayer gemeinsam die Geschäftsführung bilden. Fischer verantworte weiterhin die Gesamtstrategie, während Bayer als Chief Commercial Officer die Nachfolge von Dr. Philipp Gröbel antrete und Marketing, Vertrieb sowie Business Development auf nationalen und internationalen Märkten führe.
Bayer solle den Marktzugang zu hochwertigem Medizinalcannabis ausbauen und das Wachstum an pharmazeutischen und regulatorischen Standards ausrichten. Mitgründer Dr. Constantin von der Groeben scheide aus der Geschäftsleitung aus, bleibe dem Unternehmen jedoch beratend mit Schwerpunkt Regulatory Affairs verbunden.
Unterstützt werde die Geschäftsführung durch Roman Faber als Chief Financial Officer, Sebastian Mörs als Chief Digital Officer und Sebastian Müllers als Chief Operating Officer. Das Unternehmen betont mit der neuen Struktur seine Position als Produzent von medizinischem Cannabis in Deutschland weiter stärken und die Versorgung von Patienten sichern zu wollen.
Britische Cannabis-Klinik Releaf startet Telemedizinangebot in Deutschland
02.02.2026 | Die britische Cannabis-Klinik Releaf ist laut einer Unternehmensmitteilung in den deutschen Markt eingetreten. Das Unternehmen kündigt darin an, seine digitale Versorgungsstrecke von der Online-Eignungsprüfung bis zur Abgabe über Partnerapotheken auch in Deutschland anzubieten. Ziel sei es, Transparenz, Komfort und Patientensicherheit durch telemedizinische Prozesse zu stärken. Releaf erklärt, auf der Plattform Sorten- und Produktinformationen wie THC- und CBD-Gehalte sowie Analysenzertifikate bereitzustellen.
Genussmittelregulierung
Linke fordert Nachschärfung der Cannabislegalisierung und neue Abgabemodelle
29.01.2026 | Die Fraktion Die Linke hat (Drucksache 21/3912) einen Antrag zur Weiterentwicklung der Cannabislegalisierung vorgelegt. Der Bundestag stelle nach Auffassung der Antragsteller fest, dass das Cannabisgesetz von 2024 zwar Eigenanbau und Anbauvereinigungen ermögliche, legale Bezugsmöglichkeiten jedoch kaum vorhanden seien. Der Zwischenbericht zur Evaluation habe gezeigt, dass Anbauvereinigungen weniger als 0,1 Prozent des Bedarfs gedeckt hätten und ohne Korrekturen kein relevanter Effekt auf den Schwarzmarkt zu erwarten sei.
Die Abgeordneten führten aus, dass insbesondere Konsumierende ohne Eigenanbaumöglichkeit weiterhin auf den illegalen Markt angewiesen seien. Die steigende Nachfrage nach medizinischem Cannabis könne diesen Bedarf nur bei entsprechender Indikation abfedern. Modellprojekte zur kontrollierten Abgabe nach dem KCanG hätten bislang keine praktische Bedeutung erlangt.
Die Fraktion forderte die Bundesregierung unter anderem auf, von einer Rückabwicklung der Teillegalisierung abzusehen und Defizite gesetzlich zu beheben. Vorgesehen seien bundeseinheitliche Genehmigungen für Anbauvereinigungen, die Ermöglichung wissenschaftlicher Abgabeprojekte, höhere Besitzobergrenzen, die Legalisierung der nichtkommerziellen Weitergabe an Erwachsene sowie eine Anpassung der THC-Grenzwerte im Straßenverkehr. Zudem solle sich die Bundesregierung auf EU-Ebene für weitergehende Legalisierungsschritte einsetzen und Prävention sowie Suchthilfe stärken.
Die Linke verlange zudem die Abschaffung von Konsumabstandsgeboten und Verbesserungen bei der Versorgung mit Medizinalcannabis, so berichtet apotheke-adhoc.
BayObLG sieht möglichen Verbotsirrtum beim Anbau von vier Cannabispflanzen
03.02.2026 | Beck-aktuell berichtet, dass das Bayerische Oberste Landesgericht eine Verurteilung wegen des gleichzeitigen Anbaus von mehr als drei Cannabispflanzen aufgehoben und an das Amtsgericht Aichach zurückverwiesen habe. In seinem Beschluss vom 02.02.2026 (Az. 206 StRR 315/25) habe das Gericht beanstandet, dass ein möglicher Verbotsirrtum des Betroffenen nicht geprüft worden sei.
Bei einer Durchsuchung seien vier Pflanzen gefunden worden; der Betroffene habe erklärt, nur drei anbauen zu wollen, die vierte sei ein frisch erworbener Steckling gewesen. Das Gericht habe klargestellt, dass auch dieser als Cannabispflanze im Sinne des § 1 Nr. 6 KCanG gelte, die Begriffe des KCanG jedoch auslegungsbedürftig seien, weshalb ein Verbotsirrtum nach § 17 StGB naheliege. Zudem dürften nur Pflanzen oder Gegenstände eingezogen werden, die den erlaubten Rahmen überschritten hätten
Nach Angaben von LTO sei die Abgrenzung zwischen Stecklingen, Jungpflanzen und Setzlingen im KCanG nicht eindeutig geregelt. Eine bewurzelte, eingepflanzte Pflanze gelte als Setzling und damit als strafrechtlich relevante Cannabispflanze, auch im frühen vegetativen Stadium. Verfassungsrechtliche Bedenken habe das Gericht nicht gesehen. Zugleich habe es betont, dass die unklare Begrifflichkeit den Verbotsirrtum stütze. Die Einziehung der drei erlaubten Pflanzen und des gesamten Zubehörs sei unzulässig gewesen und hätte sich auf die vierte Pflanze beschränken müssen.
Wiesbaden testet Cannabis in Clubs und warnt vor Schimmelrisiken
09.02.2026 | DIE ZEIT berichtet unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa) über ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt für Cannabis-Checks in Wiesbadener Clubs. Die hessische Landeshauptstadt Wiesbaden habe mitgeteilt, dass in den bislang untersuchten Proben keine synthetischen Cannabinoide gefunden worden seien. Allerdings sei bei selbst angebautem Cannabis teils eine zu hohe Feuchtigkeit festgestellt worden, was ein Schimmelrisiko berge.
Das Drug-Checking solle der frühen Erkennung gesundheitsgefährdender Substanzen dienen und zu risikobewussterem Konsum oder Verzicht beitragen sowie Kontakte zur Suchthilfe ermöglichen. In der Pilotphase seien zehn unangekündigte Clubveranstaltungen vorgesehen. Bei bislang sieben Terminen seien 42 Cannabisproben abgegeben worden, elf Besucher hätten begleitende Fragebögen ausgefüllt.
Zugleich habe die Stadt von hohem Beratungsbedarf berichtet. Mehr als 300 Personen hätten Gespräche mit der Suchthilfe gesucht. René-Maxime Gracien, Leiter des Wiesbadener Gesundheitsamtes, habe erklärt, Drug-Checking könne Risiken senken, ein Restrisiko bleibe jedoch. Ob das Projekt fortgesetzt oder auf weitere Substanzen ausgeweitet werde, sei noch offen.
Zwischenbilanz aus Basel-Landschaft zeigt Rückgang illegaler Bezugsquellen
09.02.2026 | Die Sanity Group teilt via LinkedIn eine Zwischenbilanz zum seit rund zwei Jahren laufenden Konsumcannabis-Pilotprojekt „Grashaus Projects“ im Kanton Basel-Landschaft. Das Projekt werde wissenschaftlich vom Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung begleitet und untersuche die Auswirkungen regulierter Fachgeschäfte auf Konsumverhalten und den illegalen Markt.
Nach Angaben der Sanity Group habe sich unter den mehr als 1.600 Teilnehmenden der parallele Bezug aus illegalen Quellen im Verlauf der Studienteilnahme etwa halbiert. Viele Teilnehmende nutzten inzwischen überwiegend oder ausschließlich die qualitätsgeprüften Studienprodukte, teils trotz längerer Anfahrtswege. Als zentraler Faktor werde die Beratung in den Fachgeschäften genannt, die zu bewussterer Produktwahl, angepasster Dosierung und verändertem Konsumverhalten beitrage.
Zudem nehme die Anwendung von Safer-Use-Praktiken sowie der Gebrauch risikoärmerer Konsumformen zu. Diese Angebote fehlten im illegalen Markt. Regulierte Fachgeschäfte könnten damit einen wirksamen Beitrag zur Reduzierung illegaler Bezugsquellen leisten.
High Tide steigert Umsatz und baut Medizinalcannabis-Geschäft in Deutschland aus
30.01.2026 | Der kanadische Cannabis-Einzelhändler High Tide hat geprüfte Finanzergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und Rekordwerte bei Umsatz und bereinigtem EBITDA gemeldet. Das Unternehmen habe im Gesamtjahr einen positiven freien Cashflow von 12 Mio. CAD erzielt. Der Umsatz habe 594 Mio. CAD betragen, das bereinigte EBITDA 38,2 Mio. CAD.
Im Kalenderjahr 2025 habe High Tide 27 neue Filialen der Kette Canna Cabana eröffnet und verfüge nun über 218 Standorte in fünf kanadischen Provinzen. Der flächenbereinigte Umsatz sei gestiegen, ebenso die Mitgliederzahlen der Kundenbindungsprogramme.
Für den deutschen Markt sei der Abschluss der Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der Remexian Pharma GmbH bedeutsam. Damit sei High Tide in den größten Medizinalcannabis-Markt Europas eingetreten und habe seine Position als Import- und Vertriebsunternehmen in Deutschland ausgebaut. Der Ausbau des Deutschlandgeschäfts solle 2026 fortgesetzt werden.
Cannabis-Sorte erhält Publikumspreis auf der IPM Essen 2026
06.02.2026 | In der TASPO Ausgabe 06/2026 wird von der Internationalen Pflanzenmesse IPM 2026 in Essen, bei der erstmals eine Cannabissorte ausgezeichnet wurde, berichtet. Im IPM-Neuheitenschaufenster habe das Messepublikum den Publikumspreis an die Sorte BCN Critical XXL Autoflower vergeben. Der Preis sei Teil eines Wettbewerbs mit 42 Pflanzenneuheiten von 27 Ausstellern gewesen, bei dem insgesamt acht Neuzüchtungen prämiert worden seien. Die Auszeichnung verdeutliche die wachsende Sichtbarkeit von Cannabis im professionellen Pflanzen- und Gartenbau. Die IPM Essen habe mit 1.476 Ausstellern erneut ihre internationale Bedeutung unterstrichen.
CRIC-Studie bescheinigt F1-Hybriden von Royal Queen Seeds hohes Indoor-Ertragspotenzial
03.02.2026 | Finanznachrichten berichtet, dass Royal Queen Seeds (RQS) gemeinsam mit CRIC Labs Ergebnisse einer kontrollierten Indoor-Studie veröffentlicht habe. In einem Versuch in Montréal seien mit echten F1-Hybrid-Sorten Erträge von rund 1,8 Kilogramm pro Quadratmeter innerhalb von 69 Tagen ab Samen erzielt worden. Untersucht worden seien Orion F1 und Medusa F1 unter streng kontrollierten Bedingungen. Neben dem hohen Ertrag habe das Forschungsteam eine besonders gleichmäßige Wuchs- und Kronenentwicklung festgestellt, die den Bedarf an individuellen Anpassungen reduziere. Die Ergebnisse seien laut den Beteiligten auch auf kleinere Anbausysteme übertragbar.
Industriehanf
Fachgespräch am Julius-Kühn-Institut
06.02.2026 | Das Julius Kühn-Institut (JKI) hat am 28.01.2026 in Braunschweig ein Fachgespräch zu Nutzhanf ausgerichtet und Vertreter aus Forschung, Züchtung, Praxis, Politik und Verbänden zusammengebracht, teilte das Institut mit. Im Mittelpunkt habe die Frage gestanden, welche Rolle Nutzhanf künftig in nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktionssystemen spielen könne und ob bestehende rechtliche Regelungen überprüft werden müssten.
Vor dem Hintergrund des europäischen Green Deals und der Wiederaufnahme der Faserhanfforschung am JKI ab 2025 sei ein hoher Bedarf an Wissenstransfer und praxisnaher Forschung deutlich geworden. In Fachvorträgen seien unter anderem Züchtungsfragen, Ernteverfahren sowie Nutzungspotenziale von Fasern, Schäben und Hanfsamen thematisiert worden. Auch die Inhaltsstoffforschung zu Minor-Cannabinoiden habe eine Rolle gespielt.
Besondere Aufmerksamkeit habe die Einordnung der rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Bundeslandwirtschaftsministerium erhalten. Nach Angaben des JKI seien die Vorträge in intensive Diskussionen gemündet, verbunden mit dem Wunsch nach einer Fortsetzung des fachlichen Austauschs.
Italienische Nutzhanfsorten erreichen 2025 wieder EU-Saatgutstandard
09.02.2026 | HempToday berichtet, dass führende italienische Nutzhanfsorten 2025 Keimraten oberhalb der EU-Mindestanforderung von 75 Prozent erzielt haben. Nach offiziellen Saatgutdaten hätten die Sorten Carmagnola, Carmagnola Selezionata (CS), Eletta Campana und Fibranova die Vorgaben erfüllt und damit frühere Zweifel an der Zertifizierungsfähigkeit italienischer Traditionssorten ausgeräumt.
Die Ergebnisse markierten eine Erholung nach Jahren der Unsicherheit, nachdem Carmagnola 2019 aus dem europäischen Sortenkatalog gestrichen worden war. Branchenvertreter erklärten, das lange verbreitete Narrativ schwacher Keimraten sei damit überholt.
Für die Wertschöpfungskette seien die verbesserten Keimraten wirtschaftlich bedeutsam, da sie den EU-weiten Handel mit zertifiziertem Saatgut ermöglichten und die Planungssicherheit für Anbau, Verträge und Finanzierung erhöhten. Als zentraler Faktor gelte die Monferrato-Region in Norditalien, wo über Jahre gezielte Selektion und Züchtung betrieben worden sei.
Stiftung Warentest warnt vor Lifestyle-Kaffees mit CBD und Zusatzstoffen
03.02.2026 | Die Stiftung Warentest berichtet unter Berufung auf Untersuchungen des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Karlsruhe, dass sogenannte Lifestyle-Kaffees mit Zusätzen wie CBD, Kollagen oder „Vitalpilzen“ häufig überbewertet und teils gesundheitlich riskant seien. Die Produkte würden vor allem online vertrieben und mit gesundheitsbezogenen Wirkversprechen beworben, für die es keine wissenschaftlich belastbaren Belege gebe.
Das CVUA Karlsruhe habe festgestellt, dass viele der untersuchten Kaffees in der EU rechtlich nicht verkehrsfähig seien. Werbeaussagen zu Entspannung, besserer Haut oder gesteigerter Leistungsfähigkeit gälten als irreführend, da entsprechende Health Claims weder zugelassen noch wissenschaftlich abgesichert seien.
Besonders kritisch bewerte die Behörde Produkte mit CBD und Pilzextrakten. CBD sei in Lebensmitteln mangels Sicherheitsnachweis grundsätzlich verboten, könne die Leber schädigen und die Fortpflanzung beeinträchtigen.. Pilzextrakte seien häufig nicht zugelassen und teils mit Schimmelpilzen belastet. Kollagenhaltige Kaffees seien zwar nicht als schädlich einzustufen, ein nachgewiesener gesundheitlicher Nutzen bestehe jedoch nicht.
Fachbereichsübergreifend
Umfrage zum Umgang mit Cannabis und Alkohol im Straßenverkehr (UCAS) gestartet
Im Rahmen der wissenschaftlichen Online-Befragung UCAS – Umgang mit Cannabis und Alkohol im Straßenverkehr wird derzeit untersucht, wie sich das Verhalten von Verkehrsteilnehmern im Umgang mit Cannabis und Alkohol seit Inkrafttreten des Cannabisgesetzes zum 1. April 2024 verändert hat. Der Fokus liegt auf Personen, die in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert haben. Erfasst werden sowohl das aktuelle Verhalten im Straßenverkehr als auch mögliche Veränderungen im Vergleich zur Zeit vor der Gesetzesänderung.
Die Erhebung stellt den zweiten Teil einer bereits vor dem Cannabisgesetz durchgeführten Befragung dar. Besonders angesprochen sind daher auch Teilnehmer der ersten Erhebungsrunde, um Verhaltensänderungen belastbar vergleichen zu können. Teilnehmen können Personen ab 18 Jahren, die einen Führerschein der Klassen A bis D besitzen oder früher besessen haben und mindestens einmal in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert haben. Die Teilnahme erfolgt vollständig anonym; personenbezogene Daten oder IP-Adressen werden nicht erhoben.
Durchgeführt wird die Studie von Prof. Dr. Bernd Werse von der Frankfurt University of Applied Sciences und Larissa Steimle von der Technischen Hochschule Nürnberg. Finanziert wird das Projekt von der Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. Rückfragen zur Erhebung können direkt an die Studienleitung gerichtet werden.
Bundeswehr hält umfassende Cannabisverbote für Soldaten aufrecht
30.01.2026 | Nach Angaben der Bundesregierung (Drucksache 21/3928) liegen seit 2018 keine differenzierten Daten zu disziplinarrechtlichen Konsequenzen wegen Cannabisgebrauchs in der Bundeswehr vor. In der Antwort auf eine schriftliche Frage des Bundestagsabgeordneten Ates Gürpinar habe der Parlamentarische Staatssekretär Nils Schmid (beide Die Linke) erklärt, dass bei Disziplinarmaßnahmen wegen Betäubungsmittelmissbrauchs statistisch nicht erfasst werde, welche Substanz konsumiert worden sei.
Bei Untersuchungen von Bewerbenden könne festgestellter Cannabiskonsum jedoch weiterhin zu den medizinischen Einstufungen „dauerhaft nicht wehrdienstfähig“ oder „vorübergehend nicht wehrdienstfähig“ führen. Diese Bewertungen würden unter allgemeinen Gesundheitsziffern erfasst, ohne gesonderte Ausweisung von Cannabis.
Mit Blick auf aktuelle Rechtsänderungen habe die Bundesregierung ausgeführt, dass das Konsumcannabisgesetz den Cannabiskonsum in militärischen Bereichen der Bundeswehr weiterhin verbiete. Darüber hinaus blieben die Beschränkungen nach dem Soldatengesetz auch außerhalb des Dienstes und militärischer Liegenschaften bestehen.
Dirk Heitepriem im Podcast der Mary Jane Berlin
06.02.2026 | Die Mary Jane Berlin hat via Instagram ihre neue Folge des Mary Jane Podcasts geteilt – diesmal mit Dirk Heitepriem, VP Government Relations Europe bei Aurora Cannabis und Präsident des Branchenverbands Cannabiswirtschaft. Im Gespräch mit Nhung Nguyen spricht Heitepriem offen darüber, wie politische Vorstellungen zu konkreten Gesetzen werden und warum noch immer veraltete Cannabis-Bilder die Debatte prägen. Die Folge beleuchtet zentrale Widersprüche im deutschen Drogenrecht, ordnet die Mary Jane Berlin als überraschend friedliches Event trotz Konsums ein und geht u. a. der Frage nach, wie realistisch ein erneutes Cannabis-Verbot tatsächlich wäre.
Baden-Württemberg verschärft Nichtraucherschutz
04.02.2026 | Die Tagesschau berichtet, dass der Landtag von Baden-Württemberg mehrere Gesetze der grün-schwarzen Landesregierung beschlossen hat, darunter eine Neufassung des Nichtraucherschutzgesetzes. Künftig sei das Rauchen unter anderem auf Kinderspielplätzen, an Haltestellen, in Freibädern, Zoos und Freizeitparks verboten. Auch Raucherzonen auf Schulhöfen sowie Raucherzimmer in Behörden entfielen. Die Regelungen gälten zudem für E-Zigaretten, Vapes und Shishas, unabhängig vom Konsum von Tabak, Nikotin oder Cannabis.
Internationales
USA: Norml rechnet mit jahrelangem Verfahren zur Cannabis-Neueinstufung
06.02.2026 | Russell Payne berichtet, dass die im Dezember von Donald Trump angeordnete beschleunigte Neueinstufung von Cannabis auf Bundesebene bislang kaum Fortschritte zeige. Zwar habe der Präsident das US-Justizministerium angewiesen, das Verfahren zur Umstufung von Schedule I auf Schedule III zügig abzuschließen, Beobachter rechneten jedoch weiterhin mit langen Verzögerungen.
Nach Einschätzung von Paul Armentano, Stellvertretender Direktor der Nationalen Organisation für die Reform der Marihuana‑Gesetze (NORML) , sei das Verfahren strukturell auf lange Zeiträume ausgelegt. Frühere Rescheduling-Anträge hätten teils Jahrzehnte benötigt. Im laufenden Regelsetzungsprozess der DEA und des Gesundheitsministeriums gebe es zahlreiche Möglichkeiten, das Verfahren zu verzögern.
Zusätzlicher Widerstand komme aus der Administration und dem konservativen Lager. Justizministerin Pam Bondi gelte als Gegnerin einer Liberalisierung, zudem hätten republikanische Senatoren versucht, der Exekutive die Zuständigkeit zu entziehen. Rechtliche Auseinandersetzungen zeichneten sich ebenfalls ab. Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte, man arbeite an einer zügigen Umsetzung der Anordnung.
Schweiz: Studie belegt extreme Preisschwankungen und hohen THC-Gehalt auf dem Schwarzmarkt
21.01.2026 | SRF berichtet über eine aktuelle Untersuchung der Organisation Sucht Schweiz, die Cannabisprodukte vom Schwarzmarkt im Kanton Waadt mit legalen Produkten aus einem Pilotprojekt vergleicht. Frank Zobel, Vize-Direktor von Sucht Schweiz und Mitautor der Studie, betone, der Schwarzmarkt gleiche einer Lotterie. Die Analyse habe Preise zwischen 1 und 37 Franken pro Gramm sowie THC-Gehalte von 1 bis 60 Prozent ergeben, ohne klaren Zusammenhang zwischen Preis und Wirkstoffgehalt.
Besonders kritisch sehe Zobel Cannabis-Harz, das meist importiert werde und inzwischen durchschnittlich rund 30 Prozent THC enthalte. Trotz höherer Potenz sei Harz häufig günstiger als Blüten, was erhebliche Risiken insbesondere für unerfahrene Konsumenten berge.
Im Vergleich dazu seien die Produkte aus dem Pilotprojekt in Lausanne konkurrenzfähig. Viele Teilnehmer seien froh, den illegalen Markt verlassen zu können. Politisch schlage die Gesundheitskommission des Nationalrats einen regulierten Verkauf an Erwachsene vor. Ein entsprechendes Gesetz könne frühestens 2027 in Kraft treten.
Niederlande: Studie zeigt strukturelle Hürden beim Zugang zu Medizinalcannabis
02.02.2026 | Bedrocan berichtet unter Berufung auf eine Studie des Trimbos-Instituts, dass viele niederländische Patienten trotz legaler Verfügbarkeit keinen Zugang zu Medizinalcannabis über das reguläre Gesundheitssystem hätten. Die Befragung von mehr als 1.000 Betroffenen zeige, dass zwar überwiegend eine ärztliche Verschreibung bevorzugt werde, sich Patienten jedoch aufgrund struktureller Barrieren häufig an Coffeeshops oder den Eigenanbau wenden müssten. Als zentrale Hindernisse würden hohe Kosten, eine geringe Zahl verschreibungsbereiter Ärzte und unzureichende Informationen genannt. Das Trimbos-Institut sehe daher gesundheitspolitischen Reformbedarf, um den Zugang zu verschriebenem Cannabis zu verbessern.
Versicherung wird zum Reifegradindikator der Cannabisbranche
03.02.2026 | Business of Cannabis berichtet, dass der Zugang zu Versicherungen zunehmend als Maßstab für die Professionalisierung der legalen Cannabisbranche gelte. Lange Zeit hätten Unternehmen kaum Versicherungsschutz erhalten. Laut Claire Davey von Relm verbessere sich die Lage mit wachsender Marktreife, insbesondere in den USA und Kanada. Entscheidend sei weniger verfügbares Kapital als die Professionalität der Unternehmen. Versicherer würden klare Governance-Strukturen, regulatorische Sicherheit und belastbares Risikomanagement verlangen. Ein Bericht von Relm und Prohibition Partners zeige, dass die Anforderungen je nach Versicherungssparte variierten, etwa bei Qualitätsstandards, Sicherheitsmaßnahmen oder Compliance.
Großrazzia gegen Medizinalcannabis-Produzenten in Nordmazedonien
08.02.2026 | Der Spiegel berichtet, dass Sicherheitsbehörden in Nordmazedonien bei Razzien gegen Hersteller von medizinischem Cannabis mehr als 40 Tonnen Cannabis beschlagnahmt haben. Nach Angaben des Innenministeriums seien mehrere Betriebe betroffen gewesen. In einem Unternehmen in der Hauptstadt Skopje seien rund neun Tonnen Cannabis sowie über 1.300 Flaschen Cannabisöl sichergestellt worden.
Der Anbau von Medizinalcannabis sei in Nordmazedonien seit 2016 legal. Die überprüften Betriebe hätten jedoch nach Einschätzung der Behörden gravierende Verstöße begangen. Medienberichten zufolge sei Cannabis nicht ordnungsgemäß gelagert oder verarbeitet worden. Die Ermittler vermuteten, dass die Ware für den illegalen Konsum oder den Schmuggel bestimmt gewesen sei. Angaben zu Festnahmen oder zum Marktwert habe es zunächst nicht gegeben.
Ein Zusammenhang bestehe laut Berichten mit Ermittlungen in Serbien, wo Ende Januar rund fünf Tonnen Cannabis beschlagnahmt worden seien. Das Cannabis stamme demnach aus Nordmazedonien.
Kanada: Studie deutet auf Anstieg psychotischer Störungen bei jungen Cannabiskonsumenten hin
09.02.2026 | Ntv berichtet unter Berufung auf eine im Canadian Medical Association Journal veröffentlichte Studie, dass psychotische Störungen bei jungen Menschen in Kanada deutlich zugenommen hätten. Ausgewertet worden seien Krankenkassendaten von über zwölf Millionen Versicherten in Ontario. Demnach sei die Inzidenz bei den 14- bis 20-Jährigen zwischen 1997 und 2023 um rund 60 Prozent gestiegen, während sie bei älteren Altersgruppen stabil geblieben oder gesunken sei. Als mögliche Ursachen nenne die Studie unter anderem verbessertes Screening und Substanzkonsum, darunter Cannabis. Für Deutschland lägen bislang keine vergleichbaren Befunde vor.
Tilray setzt parallel auf Biermarken und europäisches Medizinalcannabis
31.01.2026 | Aktiencheck berichtet, dass Tilray Brands seine Diversifikationsstrategie fortsetze und sowohl das Konsumgüter- als auch das internationale Medizinalcannabisgeschäft ausbaue. Vorstandsvorsitzender Irwin Simon setze weiterhin auf ein Mehrsäulen-Modell. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 habe Tilray einen Rekordumsatz von 217,5 Millionen US-Dollar erzielt, das internationale Cannabisgeschäft sei um 36 Prozent gewachsen.
Parallel habe Tilray seine Aktivitäten im europäischen Medizinalcannabis-Markt ausgeweitet. Am 22. Januar sei Tilray Medical Italia gestartet. In Kooperation mit Molteni Farmaceutici vertreibe das Unternehmen dort EU-GMP-zertifizierte Medizinalcannabisprodukte über Apotheken und Krankenhäuser. Neben Italien zählten auch Deutschland und weitere europäische Märkte zu den Wachstumstreibern.
Ad hoc news berichtet zudem, dass CC Pharma, der europäische Pharmahändler von Tilray, als eines der 100 innovativsten Unternehmen in Deutschland ausgezeichnet worden sei. Die Ehrung würdige Innovationskraft und operative Exzellenz im regulierten Markt.
Curaleaf zwischen politischer Perspektive und anhaltender Kursschwäche
31.01.2026 | ad-hoc news berichtet, dass die Aktie von Curaleaf Holdings trotz vorsichtig positiver regulatorischer Signale für die Cannabisbranche weiter unter Druck stehe. Das stark auf den US-Markt ausgerichtete Unternehmen profitiere bislang kaum von Hoffnungen auf rechtliche Erleichterungen. Der Kurs notiere deutlich unter früheren Höchstständen, auf Jahressicht lägen die Verluste bei rund 10 bis 20 Prozent. Marktbeobachter sähen darin die anhaltende Zurückhaltung gegenüber dem Cannabis-Sektor angesichts von Finanzierungsengpässen und hohen Zinsen. Analysten würden Curaleaf mehrheitlich positiv bewerten, kurzfristig bleibe die Aktie jedoch politisch abhängig und risikobehaftet.
Aurora meldet Umsatzplus im Medizinalcannabis trotz Quartalsverlust
04.02.2026 | finanzen.ch berichtet, dass Aurora Cannabis im dritten Quartal des Fiskaljahres 2026 einen Umsatzanstieg verzeichnet hat, trotz eines Nettoverlusts aus fortgeführten Geschäftsbereichen von 1,7 Millionen CAD. Im Vorjahresquartal habe noch ein Nettogewinn von 28,1 Millionen CAD bestanden. Der Umsatz habe mit 94,2 Millionen CAD sowohl den Vorjahreswert als auch die Analystenerwartungen übertroffen. Der bereinigte Nettogewinn habe bei 7,2 Millionen CAD gelegen.
Trotz der operativ stabilen Entwicklung sei die Aktie im NASDAQ-Handel zeitweise um bis zu 8,5 Prozent gefallen. Miguel Martin, Executive Chairman und CEO, habe erklärt, Aurora habe sich eine starke Position im internationalen Medizinalcannabisgeschäft erarbeitet. Der Nettoumsatz in diesem Segment habe mit 76,2 Millionen US-Dollar einen Rekord erreicht, getragen von Wachstum unter anderem in Deutschland und Polen.
Ergänzend berichtet Ad-hoc News, Aurora habe ein At-the-Market-Aktienverkaufsprogramm über bis zu 100 Millionen US-Dollar aufgelegt, um strategische Investitionen zu finanzieren.
US-Bundespolitik lässt Rechtsstatus von CBD weiter offen
05.02.2026 | Hemp Today berichtet, dass die US-Bundespolitik beim Umgang mit hanfbasiertem CBD weiterhin widersprüchlich sei und Rechtsunsicherheit verursache. Im Kongress sei mit dem parteiübergreifenden HEMP Act ein Gesetzentwurf eingebracht worden, der Beschränkungen für Hanfderivate lockern und niedrige THC-Grenzwerte korrigieren solle. Ziel sei, den Verkauf berauschender Hanfderivate wie Delta-8-THC trotz niederiger THC Grenzwerte zu schließen und zweitens den nicht berauschenden CBD-Markt zu schützen. Zugleich lasse die Food and Drug Administration offen, wie CBD regulatorisch einzuordnen sei. Geplante THC-Obergrenzen könnten Produzenten daher zu Nachbearbeitung oder Vernichtung von Ware zwingen.
Sane fordert staatliche Förderung neuer Wirkstoffe für psychische Erkrankungen
05.02.2026 | Der The Guardian veröffentlicht einen Leserbrief von Marjorie Wallace, Chief Executive der Organisation Sane, in dem sie eine stärkere staatliche Förderung innovativer Medikamente für psychische Erkrankungen fordert. Anlass sei ein Appell des früheren britischen Armeechefs Nick Carter zur Unterstützung MDMA-gestützter Therapien für Veteranen. Wallace betone, neue Ansätze könnten auch Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen oder Traumata helfen, da es seit Jahrzehnten kaum Fortschritte gebe. Am Prince of Wales International Centre for Sane Research in Oxford liefen Studien zu neuen Wirkstoffen wie Esketamin und Cannabidiol. Die Regierung solle Forschung stärker priorisieren.
Brasilien verschärft Regeln für medizinisches Cannabis und stärkt Arzneimittelansatz
03.02.2026 | Sechat berichtet, dass die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa mit der Resolution RDC Nr. 1.015/2026 einen neuen regulatorischen Rahmen für medizinische Cannabisprodukte eingeführt habe. Die Regelung verschärfe technische Anforderungen, stärke die behördliche Kontrolle und definiere die bisherige Sonderzulassung als Übergang zur regulären Arzneimittelzulassung. Der Anwendungsbereich beschränke sich auf industriell hergestellte Produkte mit Cannabidiol oder CBD-dominanten Extrakten; andere Produktkategorien seien ausgeschlossen. Der THC-Grenzwert von 0,2 Prozent bleibe bestehen. Zudem werde die ärztliche Verantwortung ausgeweitet, Verschreibungen seien nur bei fehlenden Therapiealternativen zulässig.
Paraguay verschärft Regulierung für medizinisches Cannabis
04.02.2026 | El Nacional berichtet, dass Paraguay mit der Resolution Nr. 488/2025 der Arzneimittelbehörde Dinavisa den Einsatz von medizinischem Cannabis stärker reguliere. Der Verkauf cannabisbasierter Arzneimittel sei künftig ausschließlich über autorisierte Apotheken und zugelassene Abgabestellen erlaubt, um Rückverfolgbarkeit und Patientensicherheit zu gewährleisten. Die Abgabe erfolge nur auf ärztliche Verschreibung und unterliege einer strengen gesundheitlichen Überwachung. Es handele sich nicht um eine neue Legalisierung, sondern um eine Präzisierung des seit 2018 bestehenden Rechtsrahmens, um den medizinischen Ansatz zu stärken.
Australische Industrie setzt auf regionale Verarbeitungshubs und Kooperation
03.02.2026 | Hemp Today berichtet über ein Interview mit Bernard Thomson vom Australian Hemp Council, der regionale Verarbeitungshubs als zentrale Voraussetzung für eine wirtschaftlich tragfähige Hanfwirtschaft in Australien bezeichnet. Besonders für Massenprodukte wie Fasern seien gut angebundene und klimaresiliente Standorte notwendig. Das wirtschaftliche Risiko müsse entlang der gesamten Wertschöpfungskette geteilt werden; Einzelakteure seien kein tragfähiges Modell. Für die kommenden drei bis fünf Jahre sehe Thomson Wachstumspotenzial bei Baumaterialien, sofern Industriestandards etabliert und klimapolitische Rahmenbedingungen berücksichtigt würden. Langfristiger Erfolg erfordere kooperative und genossenschaftliche Ansätze.
Verwandte Branchen
DUH verlangt vollständigen Verkaufsstopp für Einweg-Vapes, DUH & BVTE kritisieren geplantes Aromenverbot
06.02.2026 | Aus der Pressemiteilung der Umwelthilfe e.V. geht hervor, dass die Organisation die Pläne der Bundesregierung zur Regulierung von Einweg-E-Zigaretten als unzureichend kritisiert. Der Referentenentwurf zur Änderung der Tabakerzeugnisverordnung sehe lediglich ein Verbot einzelner Aromastoffe vor, obwohl im November 2025 ein umfassendes Produktverbot angekündigt worden sei.
Die Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz habe erklärt, ein Aromaverbot sei „ein Geschenk an die E-Zigaretten-Industrie”, da Ersatzstoffe schnell gefunden würden, während Umweltprobleme und Brandrisiken durch Lithium-Ionen-Akkus bestehen blieben. Die DUH habe zudem vor Berichten über ein angeblich bevorstehendes EU-weites Verbot von Einweg-Vapes gewarnt. Thomas Fischer, Leiter für Kreislaufwirtschaft, habe ausgeführt, die EU-Batterieverordnung schreibe ab 2027 lediglich austauschbare Batterien vor. Ein nationales Produktverbot wie in Frankreich und Belgien bleibe daher notwendig.
Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) hat via Linkedin vor einem möglichen Menthol- und Aromaverbot gewarnt. Ein solcher Schritt sei fachlich nicht gerechtfertigt und gefährde den Gesundheitsschutz. Menthol werde seit Jahrzehnten sicher eingesetzt und spiele für erwachsene Raucher eine wichtige Rolle bei der Nutzung alternativer Produkte. Zudem habe der Verband vor Marktverwerfungen und einer Verlagerung in den Schwarzmarkt gewarnt.
CDU diskutiert Altersgrenze für Energydrinks
06.02.2026 | Die Welt berichtet, dass die CDU über eine Altersgrenze für den Verkauf von Energydrinks an Jugendliche diskutiert. Ausgehend von einem Antrag der CDU Schleswig-Holstein solle der Verkauf koffeinhaltiger Energydrinks künftig erst ab 16 Jahren erlaubt werden. Zur Begründung werde auf mögliche gesundheitliche Risiken durch hohen Koffein- und Zuckergehalt verwiesen.
Innerhalb der Union stoße der Vorstoß jedoch auf Kritik. Der ernährungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion habe eine Altersgrenze als nicht zielführend bezeichnet und sich auf eine Studie berufen, die keine langfristigen Auswirkungen auf die Herzgesundheit Jugendlicher festgestellt habe. Zugleich werde in der Studie auf akute Effekte wie Herzrasen sowie auf Begleitverhalten wie erhöhten Alkohol- oder Tabakkonsum hingewiesen.
Unterstützung komme aus Niedersachsen, während andere CDU-Landesverbände Zweifel an der Umsetzbarkeit äußerten. Zustimmung signalisierten Grüne, SPD und Linkspartei, die AfD lehne den Vorstoß ab. Die Bundesregierung sehe bislang keinen Handlungsbedarf.
Rossmann bereitet Einstieg in den Online-Apothekenmarkt vor
22.01.2026 | Die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet unter Berufung auf die dpa, dass die Drogeriekette Rossmann den Aufbau einer eigenen Online-Apotheke plant. Das Unternehmen aus Burgwedel habe bestätigt, intensiv an dem Vorhaben zu arbeiten. Sprecher der Geschäftsführung Raoul Roßmann habe erklärt, die Online-Apotheke werde kommen. Zuvor hatte die Lebensmittel Zeitung über entsprechende Pläne berichtet.
Nach Angaben des Unternehmens solle das Apothekenangebot aus den Niederlanden gesteuert werden, zudem spiele die Rossmann-App eine zentrale Rolle. Zu Umfang und Ausgestaltung habe sich Rossmann bislang nicht geäußert. Der Schritt folge auf den Markteintritt von dm, das im Dezember eine Online-Apotheke für rezeptfreie Arzneimittel gestartet habe.
Der Bericht ordne die Pläne in einen wachsenden Markt ein. Online-Apotheken verzeichneten steigende Nachfrage, begünstigt durch das 2024 eingeführte E-Rezept. Dieses habe die Bestellung verschreibungspflichtiger Arzneimittel deutlich erleichtert und den Wettbewerb im Apothekenmarkt intensiviert.