Weitere Meldugen
Medizinalcannabis
ACM kritisiert Rekordpreise für neu zugelassenen Cannabis-Extrakt Exilby
05.09.2026 | Laut den ACM-Mitteilungen setze der seit dem 1. September erstattungsfähige Cannabis-Extrakt Exilby neue Höchstpreise bei der Versorgung von Rückenschmerz-Patienten. Eine 28-ml-Packung mit 532 mg THC koste 745,39 Euro, was einem Preis von 1,40 Euro pro Milligramm THC entspreche. Damit sei der Wirkstoff im Vergleich zu Sativex dreimal und im Vergleich zu Cannabisblüten mehr als zwanzigmal so teuer. Die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) verurteile dies vor dem Hintergrund, dass die Streichung der Blüten-Erstattung ursprünglich mit Kosteneinsparungen begründet worden sei, und rufe zur Mitzeichnung der laufenden Petition gegen das Blüten-Verbot auf.
OLG Brandenburg: Telemedizinische Cannabis-Rezeptur schützt vor Bußgeld im Straßenverkehr
05.09.2026 | Laut einem Bericht von Rechtsanwalt Marc von Harten habe das OLG Brandenburg entschieden (Az. 2 ORbs 85/26), dass eine telemedizinische Cannabisverschreibung ohne persönlichen Arztkontakt ausreiche, um das Medikamentenprivileg nach § 24a Abs. 4 StVG im Straßenverkehr in Anspruch zu nehmen. Das OLG hob damit die Verurteilung eines ADHS-Patienten auf, der trotz gültigen Online-Rezepts wegen eines THC-Werts von 7,2 ng/ml vom Amtsgericht Königs Wusterhausen belangt worden war. Die Richter stellten fest, dass das aktuelle Recht keine persönliche Arztkonsultation verlange und die Verantwortung für die Befunderhebung beim Mediziner liege.
Studie bescheinigt Cannabinoiden Wirksamkeit bei Schlafstörungen
03.09.2026 | Laut einer im Fachjournal Sleep Medicine publizierten Meta-Analyse von Forschenden aus Pakistan und Ägypten verbesserten Cannabinoide (THC, CBD oder Kombinationen) die Schlafqualität und -dauer bei Insomnie-Patienten signifikant. Wie NORML ausführe, hätten Auswertungen von zehn Studien mit über 2.100 Teilnehmenden ein schnelleres Einschlafen sowie eine bessere Durchschlafkontinuität im Vergleich zu Placebo oder Melatonin gezeigt, bei überwiegend milden Nebenwirkungen. Vor dem Hintergrund neuer Daten zum Herzinsuffizienz-Risiko bei Langzeitnutzung von Melatonin gewinne Cannabis als Alternative an Bedeutung: Befragungen und Studien belegten, dass zahlreiche Patienten konventionelle Schlafmittel wie Benzodiazepine oder Melatonin durch Cannabinoide ersetzten oder reduzierten.
Patientenvertretung warnt vor Versorgungslücken bei Medizinalcannabis
02.09.2026 | Nach der Streichung von Cannabisblüten aus dem GKV-Leistungskatalog durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz am 30. Juli 2026 fordert die Patientenvertretung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) schnelle Klärung und Übergangsregeln, so berichtet die Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.. Da gesetzliche Bestandsschutzregelungen fehlen, drohen schwerkranken Menschen Therapieabbrüche. Zudem verweigerten Krankenkassen und Ärzte aufgrund rechtlicher Unklarheiten auch die Kostenübernahme für Alternativen wie inhalierbare Extrakte oder weiterhin erstattungsfähige Wirkstoffe (z. B. Dronabinol, Nabilon). Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und der G-BA werden dringend aufgefordert, die Erstattungsfähigkeit rechtssicher zu regeln. Der Branchenverband Cananbiswirtschaft (BvCW) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten das BMG bereits im August um Klarstellung gebeten (wir berichteten).
Canexis Pharma plant Validierung neuer Cannabis-Wirkstoffe ab Q4 2026
31.08.2026 | Die Canexis Pharma AG erweitert ihr Portfolio neben CBD und Extrakten um Dronabinol (Delta-9-THC) sowie standardisierte Cannabisextrakte mit definiertem Wirkstoffgehalt. Ziel sei es, Partnerunternehmen Rohstoffe für Rezepturen, Fertigarzneimittel und verarbeitbare Großmengen-Produkte zur Verfügung zu stellen. Die Ende 2025 gestarteten Entwicklungsarbeiten sollen im vierten Quartal 2026 in die Validierungsphase übergehen.
Cantourage erwartet bis zu 95 Millionen Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2026
31.08.2026 | Die Cantourage Group SE hat erstmals eine Jahresprognose für 2026 vorgelegt: Der Vorstand erwarte einen Konzernumsatz von 85 bis 95 Millionen Euro sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 10 und 12 Millionen Euro. Treiber der positiven Ertragserwartung seien das starke Auslandsgeschäft in Großbritannien und Polen – das im ersten Halbjahr 2026 erstmals mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes ausgemacht habe – sowie die Fokussierung auf margenstärkere Premiumprodukte in Deutschland. Anstehende regulatorische Anpassungen auf dem deutschen Markt stuft das Unternehmen als weitgehend vernachlässigbar ein.
JES Bundesverband kritisiert GKV-Kürzungen bei Cannabisblüten
29.08.2026 | Der JES Bundesverband e. V. (Bundesweites Netzwerk von Gruppen, Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen, welche sich für Interessen Drogen gebrauchender Menschen engagieren, JES = Junkies, Ehemalige und Substituierte) verurteilt die Neuregelung zur Erstattung von medizinischen Cannabisblüten durch die Krankenkassen als diskriminierend und gefährlich. Nach Darstellung des Verbandes würden durch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz vom 30. Juli 2026 rund 65.000 stabil eingestellte Schmerz- und Chronisch-Kranke zum Therapiewechsel gezwungen, was massive gesundheitliche Risiken berge. Die bevorzugte Erstattung teurer Fertigarzneimittel wie Exilby sei für viele Patienten ungeeignet. Zudem fordere der Verband eine transparente Aufklärung über Vorwürfe bezüglich der Einflussnahme von Parteispenden und Pharma-Lobbyismus auf das parlamentarische Eilverfahren.
Dr. Thomas Pauls besucht STADA-Logistikzentrum in Florstadt
28.08.2026 | Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Pauls hat sich am Health Logistics Campus von STADA und DHL in Florstadt über moderne Pharmalogistik informiert, so berichtet Pharma Deutschland. Der Standort sichere auf über 14 Fußballfeldern die Lagerung und Verteilung sensibler Biopharmazeutika. Neben automatisierten Kühlketten- und Distributionsabläufen habe Pauls sowie Branchenvertreter von STADA und Pharma Deutschland über zentrale gesundheitspolitische Weichenstellungen beraten. Neben der nationalen Pharmastrategie und Digitalisierungsfragen habe insbesondere die Aufstellung einer verlässlichen Rechtsgrundlage für Medizinalcannabis im Fokus gestanden.
MHH Hannover prüft Tourette-Wirkstoff von NeuroThera
03.09.2026 | Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) beteiligt sich als Studienzentrum an der Phase-IIb-Studie von NeuroThera Labs Inc. zur Untersuchung des Wirkstoffkandidaten SCI-110 (Dronabinol + PEA) bei Tourette-Syndrom, so berichtet das Portal Finanznachrichten. Nachdem die frühere CANNA-TICS-Studie mit Nabiximols an der MHH trotz positiver Trends den formalen Wirksamkeitsnachweis knapp verfehlte (p = 0,07), liege die Messlatte für SCI-110 hoch. Das aktuelle Phase-IIb-Design soll nun prüfen, ob sich das in einer kleinen Vorstudie beobachtete Signal (21 % Verringerung der Ticsympome) unter kontrollierten Bedingungen statistisch signifikant bestätigen lässt.
Genussmittelregulierung
BDK-Fachkommission bemängelt Jugendschutz im KCanG
03.09.2026 | Auf ihrer Fachtagung in Berlin habe die Fachkommission Prävention und Opferschutz des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) ein Grundsatzpapier zur wissenschaftlichen und kriminalistischen Notwendigkeit von Opferschutz und Prävention fertiggestellt. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Beratungen lag auf der Evaluierung des Konsumcannabisgesetz (KCanG). Aus Sicht der Fachleute weise das Gesetz im Hinblick auf den Kinder- und Jugendschutz weiterhin erhebliche Mängel auf.
Keine zentralen Daten zu Jugendschutz-Automaten in Niedersachsen
31.08.2026 | Die Niedersächsische Landesregierung verfügt nach eigenen Angaben in einer Antwort auf eine CDU-Anfrage (Drs. 19/11479) über keine zentralen Daten zu Verkaufsautomaten mit jugendschutzrelevanten Waren wie Vapes, Alkohol oder CBD im Umfeld von Schulen. Da Einzelautomaten unter 10m³ baurechtlich genehmigungsfrei seien und gewerberechtlich keine standortbezogene Meldepflicht bestehe, fehle eine landesweite Erfassung. Während der Verkauf von THC-haltigem Cannabis über Automaten nach dem KCanG strikt verboten ist, bleiben frei zugängliche CBD- und Hanfprodukte erlaubt – was von der Landesregierung wegen möglicher Gewöhnungseffekte bei Jugendlichen kritisiert wird.
US-Mediziner warnen vor Anstieg des Cannabis-Hyperemesis-Syndrom
27.08.2026 | Laut einem Fachbeitrag im Magazin JAMA könne ein langjähriger und nahezu täglicher Cannabiskonsum in seltenen Fällen das sogenannte Cannabis-Hyperemesis-Syndrom (CHS) auslösen, so berichtet MedScape. Wie Anke Brodmerkel unter Berufung auf das Autorenteam um Dr. Michael Camilleri ausführe, äußere sich die Erkrankung in tagelangen, schwallartigen Brechattacken und treffe vor allem junge Männer. Als Ursachen würden unter anderem eine verminderte CB1-Rezeptordichte sowie veränderte Magenentleerungszeiten diskutiert. Zur Akutbehandlung seien gängige Mittel wie Ondansetron wirkungslos, während Präparate wie Haloperidol oder topisches Capsaicin Symptome lindern könnten. Ein dauerhafter Heilungserfolg trete nach Angaben der Experten erst durch medizinisch begleitete vollständige Abstinenz ein.
Regensburger Newcomer holt Titel beim Autoflower World Cup
07.09.2026 | Die Genetik Voyager F1 der Regensburger Marke BudVoyage hat beim Autoflower World Cup 2026 in Berlin die Kategorie „Beste neue Autoflower-Sorte“ gewonnen, so berichtet Nord24. Der deutsche Newcomer habe sich gegen internationale Marktführer durchgesetzt. Die von Dr. Tim Rieseberg gezüchtete und von Steffen Gehre (Living Terps Berlin) kultivierte Pflanze sei ohne Mineraldünger in lebender Erde (Living Soil) unter Beigabe von Komposttee aufgezogen worden. Neben dem Online-Vertrieb seien die Samen der Marke inzwischen in über 350 Baumärkten und Gartencentern in Deutschland erhältlich.
Industriehanf
Online-Woche des Wohneigentums 2026: Kostenlose Experten-Vorträge über nachhaltige Baustoffe
Im Rahmen einer kostenfreien Online-Seminarreihe für Imobilienbesitzer durch den Verband Wohneigentum erfolgt am 8. Oktober ein Vortrag von DGNB-Geschäftsführer Markus Kelzenberg über nachhaltige Baustoffe (u.a. Hanf), deren Kennzahlen und Fördermöglichkeiten. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine vorherige Online-Anmeldung erforderlich.
Stammsitz in Stuttgart: Klett Gruppe baut mit Hanfkalksteinen
31.08.2026 | Beim Ausbau ihres Hauptsitzes in Stuttgart setzt die Klett Gruppe auf Hanfkalksteine aus Hanfstängeln, Kalk und Wasser. Der schnell nachwachsende Rohstoff bindet CO₂ langfristig im Gebäude und sorgt durch seine dämmenden sowie feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften für ein angenehmes Raumklima. Das Unternehmen verbindet damit moderne Bürowelten mit nachhaltiger Bauweise.
Fachbereichsübergreifend
Deutscher Hanfverband wird zum eingetragenen Verein
Der Deutsche Hanfverband wird nach eigenen Angaben von einem Einzelunternehmen in den eingetragenen Verein „DHV - Deutscher Hanfverband e.V.“ umgewandelt. Ziel des Rechtsformwechsels sei es, die Unabhängigkeit der politischen Interessenvertretung zu stärken und Abläufe zu vereinfachen. Die Vereinsführung übernehmen der gewählte erste Vorsitzende Georg Wurth sowie sein Stellvertreter Christian Müller, während das gesamte Team erhalten bleibe. Zudem entfalle künftig die Umsatzsteuer auf Förderbeiträge und Spenden, was die finanzielle Basis des Verbands stärke.
Fieldfisher gewinnt Life-Sciences-Spezialistin Franziska Katterbach
01.09.2026 | Die Wirtschaftskanzlei Fieldfisher baut ihre deutsche Life-Sciences-Praxis weiter aus: Zum 1. September 2026 wechselt Franziska Katterbach gemeinsam mit Associate Dr. Nadine Müller von Oppenhoff als Partnerin an den Frankfurter Standort. Katterbach gelte als führende Expertin für die Regulatorik rund um medizinisches Cannabis, Telemedizin und digitale Gesundheitsplattformen. Neben Kanzleierfahrung bringe sie Führungserfahrung aus zwei internationalen Pharmaunternehmen mit. Der Neuzugang ergänze die bestehenden Standorte in Berlin und Silicon Valley.
Fluence-Experte relativiert Ertragseffekte durch Far-Red-Licht im Cannabisanbau
31.08.2026 | Laut Franz Josef Sima von Fluence seien die beworbenen Ertragssteigerungen von bis zu 50 Prozent durch Far-Red-Spektren (Strahlung im Wellenlängenbereich von 700 bis 850 nm) im kommerziellen Cannabisanbau wissenschaftlich nicht belegt, so berichtet KrautInvest. Eine durchgehende Beimischung über die Photoperiode bringe nach Unternehmenserkenntnissen meist keinen Mehrwert und könne das Cannabinoidprofil sogar verschlechtern. Ein positiver Effekt auf den Cannabinoidertrag zeige sich laut einer Studie (Peterswald et al., 2025) nur bei hochpräziser, zeitlich begrenzter Dosierung am Tagesende sowie bei dafür empfänglichen Sorten. Sima betone, dass Far-Red kein pauschaler Ertragsbringer sei, sondern wie ein hochsensibles Präzisionswerkzeug eingesetzt werden müsse.
Frankfurter Cannabis Health Symposium beleuchtet Praxisfolgen des CanG
02.09.2026 | Für das Cannabis Health Symposium am 4. November 2026 in Frankfurt seien nach dem Ende der Early-Bird-Phase nun reguläre Tickets erhältlich. Die Konferenz thematisiere die Auswirkungen der deutschen Cannabis-Gesetzgebung auf Patientenversorgung, Telemedizin und Kostenübernahme.
Internationales
Aurora Cannabis weist feindliches Übernahmeangebot von Curaleaf zurück
02.09.2026 | Der Vorstand von Aurora Cannabis Inc. hat seine Aktionäre in einer Pressemitteilung einstimmig dazu aufgerufen, ein unaufgefordertes Übernahmeangebot von Curaleaf Holdings, Inc. abzulehnen. Dazu wurde eigens eine Webseite eingerichtet. Laut CEO Miguel Martin bewertet die Offerte das Unternehmen deutlich unter Wert. Martin verweise auf seine schuldenfreie Bilanz mit rund 149 Millionen US-Dollar Cash (Stand 30. Juni 2026), während Curaleaf mit über einer Milliarde US-Dollar verschuldet sei. Curaleaf beabsichtige nach Auffassung des Vorstands, die Liquidität von Aurora zur eigenen Bilanzsanierung nutzen. Zudem warne Aurora die Aktionäre vor der kleinen Minderheitsbeteiligung (statt unabhängiger Eigentümerschaft), in Form einer Reduzierung der eigenen Stimmrechte auf etwa 3,2 % im fusioniertem Konzern, obwohl sie dann 7,7 % des Unternehmens besitzen würden. Zudem setze Aurora stattdessen auf den eigenständigen Ausbau des globalen Medizinalcannabis-Geschäfts.
High Tide eröffnet drei neue Canna Cabana-Filialen in Kanada
31.08.2026 | Der kanadische Cannabis-Einzelhändler High Tide Inc. erweitert sein kanadisches Filialnetz Anfang September 2026 um drei neue Canna Cabana-Märkte in Lindsay und Orléans (Ontario) sowie Regina (Saskatchewan). Damit dürfte die Gesamtzahl der Standorte in Kanada auf 232 steigen. Laut CEO Raj Grover würden die Neueröffnungen vollständig aus dem eigenen Cashflow finanziert, um das Jahresziel von mindestens 20 neuen Geschäften im Jahr 2026 zu erreichen. Sämtliche Standorte zeichneten sich demnach durch frequenzstarke Lagen in Einkaufszentren oder an Hauptverkehrsachsen aus. Die Veröffentlichung der Q3-Finanzzahlen sei für den 14. September 2026 angesetzt.
US-Haushaltsgesetz verzögert Bundesverbot für berauschende Hanf-Produkte
03.09.2026 | Laut einer Mitteilung von NORML hat der US-Präsident Donald Trump ein Haushaltsgesetz unterzeichnet, welches das bevorstehende Bundesverbot für Produkte mit natürlich gewonnenen Cannabinoiden (über 0,4 mg pro Verpackung) um einen Monat verschiebt. Synthetische Hanf-Produkte bleiben hingegen ab dem 12. November verboten. Der Abgeordnete Jim Baird (Republikanische Partei) betonte, dass der Aufschub dem Kongress Zeit für die Ausarbeitung einer dauerhaften Regulierung verschaffe und Landwirten Planungssicherheit biete. Die Verzögerung betreffe auch ein Programm der US-Regierung, das Medicare-Empfängern den Zugang zu Hanfprodukten mit bis zu 3 mg THC erlaubt.
Northern Leaf bündelt Genetik, Anbau und Export auf Jersey
01.09.2026 | Das Cannabiszucht-Unternehmen Northern Leaf hat seine Kapazitäten auf Jersey ausgebaut und zusammen mit 3R Biotech das Joint Venture 3R Europe gestartet, so berichtet KrautInvest. Damit bündele das Unternehmen Genetik-Gewebekultur, Pflanzentests (z. B. auf Hop Latent Viroid), Vermehrung, Anbau und Nachernte-Prozesse komplett an einem Standort. Nach der Übernahme durch Ed Wilkinson im Jahr 2024 und unter der Leitung von CEO Steven Tan habe Northern Leaf 2025 mit 6,75 Tonnen Produktion und 3,6 Tonnen Export nach Deutschland einen Umsatz von 8 Millionen Pfund erzielt und sei EBITDA-positiv gewesen. Neben einem 9.300 qm großen Gewächshaus nutze Northern Leaf bestrahlungsfreie Kryopasteurisierung zur Einhaltung von EU-GMP-Standards und sichere Chargenfreigaben durch unabhängige Labore ab.
Vorwurf der Täuschung: US-Cannabis-Konzerne wegen Schein-Medizin verklagt
02.09.2026 | Drei der größten US-Cannabis-Unternehmen (Cresco Labs, Green Thumb Industries, Verano Holdings) sehen sich mit einer Bundes-Sammelklage konfrontiert, so berichtet FinanzNachrichten. Der Vorwurf: Sie sollen Freizeit-Cannabis durch irreführende Gesundheitsversprechen, Scheinstudien und angebliche Fachberatungen gezielt als „Medizin“ vermarktet haben. Die Klage treffe die Branche zu einem Zeitpunkt, an dem sie durch die Einstufung in Schedule III erhebliche Steuervorteile und Kapitalmarktzugänge genießt. Duane Boise, Chef des Pharmaunternehmens MMJ International Holdings, kritisiert, dass der Staat der Industrie die finanziellen Vorteile von echten Arzneimitteln gewährt, während die medizinische Wirksamkeit kommerzieller Genuss-Produkte vor Gericht als bloßes Marketing entlarvt zu werden droht.
Q3 2026: Nextleaf drosselt Verluste und senkt Steuerlast
03.09.2026 | Nextleaf Solutions meldet für das 3. Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 2,53 Millionen CAD (+5 % gegenüber Q2) und verringerte den Nettoverlust um 22 % auf 502.000 CAD. Ein optimierter Produktmix führte zu einem Absinken der Verbrauchssteuern um 32 % auf 630.000 CAD. Die Eigenmarke Glacial Gold behauptete laut Unternehmensangaben ihre führende Rolle im kanadischen Kapsel-Segment (63 % Marktanteil in British Columbia). Für das Jahresendquartal fokussiere sich Nextleaf auf Portfolio-Erweiterungen wie Yard Cannabis Pre-Rolls und neuartige THC-V-Softgel-Produkte.
Verwandte Branchen
Australiens Tabaksteuer in der Kritik: Schwarzmarkt wächst auf 80 Prozent
02.09.2026 | Aufgrund von Schachtelpreisen von bis zu 40 Euro greifen Konsumenten in Australien laut aktuellen Studien zu rund 80 Prozent auf illegale Zigaretten zurück, wie die Tagesschau meldet. Während Kritiker und ehemalige Ermittler warnen, dass der Preisunterschied organisierte Kriminalität begünstige und die Konsumzahlen wieder steigen lasse, hält die Regierung an der Hochsteuerstrategie fest. Gesundheitsexperten lehnen eine Senkung der Tabaksteuer ebenfalls ab und plädieren stattdessen für härtere Strafen und verstärkte Razzien im Handel.
Neuseeland lässt MDMA für PTBS-Studien zu
06.09.2026 | Als zweites Land nach Australien habe Neuseeland die Verschreibung von pharmazeutischem MDMA für die Behandlung schwerer Posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) im Rahmen klinischer Studien genehmigt, so berichtet tz. Wie aus dem Bericht hervorgehe, erhielten die Psychiater Gary Wynn und Tom Paterson nach einjähriger Prüfung die Erlaubnis der Behörde Medsafe. Die Entscheidung stütze sich auf Phase-3-Studien, nach denen bei über 67 % der Patienten nach einer MDMA-gestützten Psychotherapie keine PTBS mehr diagnostiziert worden sei. Obwohl die US-Behörde FDA eine Zulassung 2024 wegen Bedenken zur Methodik und Erwartungseffekten abgelehnt habe, erlaube Neuseeland den Einsatz unter strengen Auflagen im klinischen Setting.
Zum Schluss
“Russisches Haus” in Berlin: Ex-Wohnsitz von mutmaßlichem Juicy-Fields Betrüger wird geschlossen
06.09.2026 | Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag am Flughafen Leipzig-Halle hat die Bundesregierung in der vergangenen Woche beschlossen, das “Russische Haus”in Berlin zu schließen. Wie die Deutsche Welle berichtet, ist die Liegenschaft auch für die Cannabisbranche brisant: Vitaly M., einer der Mitdrahtzieher des größten Betrugsskandals in der Cannabisbranche (über 600 Millionen € Schaden), dem JuicyFields-Skandal, soll im Russischen Haus gemeldet gewesen sein und dort womöglich Unterstützung erhalten haben. Zudem soll der Täter inzwischen unbehelligt in Russland leben.
Das russische Haus dient mehreren Quellen (u.a. Correctiv) zufolge der Spionage und Propaganda und verstoße außerdem gegen Sanktionen, die in Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine erlassen wurden.